Trau, schau, wem – von Martin Sonn
Anekdote von Martin Sonn
1. Hilfe an der Torwache
Bei einer Übung sollte der 4. Zug das Gelände, glaube Funkanlage, sichern.
Meine Aufgabe war die Sicherung des Tors mit 5 Mann. Ernst, Küster und Schnur besetzten Kampfstände mit dem Rest der Rekruten. Vorm Tor standen 2 Zivilisten in einem VW Käfer – einer war blutverschmiert – und baten um Erste Hilfe (natürlich getürkt durch Ausbilder in Zivil). Holte einen Erste-Hilfe-Koffer aus dem Wachgebäude und ließ den Käfer, der wohl Michael Westib gehörte, mit Waffen sichern. Um zum Wagen zu gelangen , ließ ich das Tor öffnen. Das Tor wurde doch zu weit geöffnet, und – zack – startete der Wagen und fuhr durch. War wirklich ein dummer Fehler.
Befahl allen, auf die Reifen des Fahrzeug zu schießen und er hielt an. Ernst kam mir zu Hilfe und wir benachrichtigten Rexin. Der tobte wie Rumpelstilzchen und brach die Übung ab, sammelte den Trupp ein und stand eine Viertelstunde später mit dem Zug bei mir am Tor. Raunte mir zu, solle meine Arsch bewegen und mich mit den 5 Jungs einordnen. Zur Strafe ging es dann zu Fuss nach Hause, querfeldein mit allen Schikanen. Nach 4 km wurde zwischendurch eine Bestands-Vollständigkeits-Kontrolle durchgeführt, bei mir und Schnur fehlte je ein Mann, also waren 2 Leute abgängig. Schnur wusste sofort, wo die waren, hatte sie selbst in einen Kampfstand eingeteilt. Schnur und ich mussten zurück, um die Leute zu holen, Rexin marschierte mit den Rest weiter. Zurück am Wachhaus, wurde mir mitgeteilt, die beiden seien schon bemerkt, per Kübelwagen abgeholt und zur Kaserne gebracht worden. Schnur und Küster versicherten mir, es wurde keine Bestands-Vollständigkeits-Kontrolle vor dem Abmarsch durchgeführt.
Die Dummen waren dann Schnur und ich, mussten beide abwechselnd je 2 Tage zum Quartalsende Unteroffizier vom Dienst spielen und die 20. bewachen. Das waren die 4 Tage, die zum Ende des Quartals vom letzten Donnerstag an eigentlich freie Tage für alle sein sollten.


