3. Treffen im Jahr 2017 in Bad Laasphe

Ein persönlicher Erlebnisbericht

An den vorgenannten Tagen fand in den Räumen des Hotels „Lahnblick“ in Bad Laasphe das dritte Treffen der Ehemaligen der 20. Kompanie, diesmal für Kurzentschlossene statt. In den letzten Wochen waren Wolfgang Stock (unser Stöckchen) und Äährwin Ruprecht der Auffassung, dass das Warten bis zum vierten Treffen in 2018 vieeel zu lang dauere. Ruckzuck wurden durch Heinz Wilhelm die bekannten Ehemaligen angeschrieben. Aufgrund der spontanen und kurzfristigen Terminplanung war es dann leider nicht allen Ehemaligen möglich, teilzunehmen, so dass es insgesamt bei zehn Teilnehmern bei diesem Spontantreffen blieb. Eine Unterbringung in der Hachenberg-Kaserne oder in Erndtebrücker Hotels war in diesem Jahr leider nicht möglich, so dass unser Stöckchen ein Arrangement im Hotel Lahnblick organisieren konnte. Das Arrangement beinhaltete Leistungen, auf die ich im Laufe des Berichts eingehen werde. Das Hotel wurde zudem durch Bruno Schüller als fast ortsansässigen Einheimischen empfohlen. Die Wettervorhersage war in den Vortagen positiv. Es versprach also ein schönes Wochenende zu werden; was es dann auch war.

Am Freitag gegen Mittag war ich nach einer ausgiebigen Rundfahrt durch das Wittgensteiner Land in Bad Laasphe angekommen. Mit jedem gefahrenen Meter in Richtung Erndtebrück kamen ab der Straßenkreuzung an der Ginsburg vor Lützel wieder Erinnerungen an Erlebnisse und Personen zurück, so dass die Vorfreude auf das Treffen mit den ehemaligen Kameraden stetig wuchs.

Nach und nach trudelten sie dann im Hotel ein: Hewi, Eckhard Rimkus, Stöckchen, Erwin Ruprecht, Manfred Claes, Harald Fischer, Michael Brunnenmeier und Wolfgang Schulenburg. Am Samstagmorgen konnten wir dann noch Michael Westib begrüßen.

Wie es sich gehört, wurden erst einmal Tische und Stühle geordnet umgesetzt und somit wurde ein Teil der Restaurantterrasse okkupiert. Der Bereich wurde stillschweigend und einvernehmlich zum Gefechtsstand der kommenden drei Tage erklärt und durch die Aufstellung des Kompaniewappens unterstrichen.

Damit war die Funktion des Wortes „stillschweigend“ aber auch schon erschöpft. Die sensorische Prüfung des Getränkebestandes des Hotelrestaurants und die direkte Sonneneinstrahlung lösten die Zunge der Gruppe, so dass fleißig Erinnerungen ausgetauscht und Geschichten über Begebenheiten und Kameraden erzählt wurden. Es entwickelte sich eine ausgelassene Stimmung, die über das gesamte Treffen anhielt. Lachen und Lästern war angesagt. So wurde auch die Anwesenheit eines „Teilehemaligen“, der seinerzeit zu einer anderen Truppengattung (die Truppe, die eine zweifarbige Uniform zur Unterscheidung zwischen Jacke und Hose benötigt) gewechselt war, geduldet; hallo Eckhard, du warst wieder herzlich willkommen.

Unser gewähltes Hotelarrangement sah für das Abendessen ein Fischbuffet vor. Dieses war sehr schmackhaft und stellte eine willkommene Abwechslung zur Nahrung in flüssiger Form dar. Ein weiteres Highlight erwartete uns nach Einbruch der Dunkelheit. Ausgerüstet mit lodernden Fackeln begaben wir uns mit einem ortskundigen Begleiter durch den Ortskern in den Kurpark auf die dem Hotel gegenüberliegenden Anhöhe. Bei einer Marschpause mit Ausblick über „das Lichtermeer“ des Kurortes und dem Blick auf das illuminierte Schloss Wittgenstein, wurden wir überraschend durch einen Geist heimgesucht. Es handelte sich dabei um einen Flaschengeist in Form eines Obstlers. Dieser wurde von der Gruppe jubelnd empfangen, sogleich aber der Vertilgung zugeführt. Nach der Stärkung erfolgte wieder der Abstieg in den Ortskern mit anschließendem Aufstieg zum Hotel. Beim Eintreffen erfuhren wir, dass die Bedienung der Hotel-Staffelbar beabsichtigte, diese nach ihrem abgeschlossenen Tagwerk zu schließen und die Lichter der umliegenden Räumlichkeiten und der Terrasse zu löschen. Daher wurde noch reflexartig ein Getränkebestand für den gegenwärtigen und den weiteren Abend erworben. Durch unsere Bedienung, der lieben und offensichtlich romantisch veranlagten Erika, wurde unser Gefechtsstand mit Windlichtern aufgerüstet. Die Atmosphäre im Kerzenschein erinnerte dann schön an die Lagerfeuerromantik des Treffens in 2015.

Nach einem ausgiebigen Frühstück mit Sekt des Hauses trafen wir uns dann vor dem Hotel und warteten auf unseren Transport zu einer Planwagenfahrt. Zwischenzeitlich war auch Michael Westib eingetroffen. Beim Warten lernten wir dann durch Zufall einen ehemaligen Kameraden, ebenfalls ein Hotelgast, kennen, der im Herbst 1978 seine Grundausbildung in der 20. Kompanie absolviert hatte und anschließend zum FmRgt 33 nach Goch versetzt worden war. Zufall !?!?! Wie schon beim Treffen in 2015 hatten wieder einen Bezug zur Vergangenheit. Da hatten wir ja das Vergnügen, beim Tag der offenen Tür die Tochter unseres ehemaligen Kameraden OLt Gatz kennenlernen zu dürfen, die seinerzeit die Ausbildung zur Master Controllerin in der Hachenberg-Kaserne machte.

Irgendwie scheint die Erndtebrücker „BwWelt“ klein zu sein. Man läuft sich immer irgendwann und irgendwo über die Füße.

Die Planwagenfahrt gehörte ebenfalls zum Arrangement des Hotels. So wurden wir mit zwei Fahrzeugen im MotMarsch über die naheliegende Landesgrenze nach Hessen gebracht. Ziel war die Stadt Biedenkopf. Da die Planwagenfahrt in die Berge der Umgebung ging, waren statt der vermuteten 2 Pferdestärken ein paar PS mehr mittels eines Treckers vorgespannt. Unser „Kutscher“ war der Egon. Das Hotel hatte für die Truppenverpflegung gesorgt. Neben einer Hopfenkaltschale, waren auch schmackhafte Schnittchen zubereitet worden. Im Rahmen der Rundfahrt durch die Umgebung landeten wir dann auf dem Hof unseres Kutschers, der Ribble Creek Ranch. Hier wurden wir durch die Damen der Familie mit einem frischgezapften Bierchen empfangen. Egon zeigte uns hierbei Räumlichkeiten seiner Ranch. Eine gastfreundliche Familie.

Nach der Rückkehr ins Hotel teilte sich die Abteilung in drei Gruppen auf. Eine Gruppe marschierte Richtung der Berghütte zur Teufelskanzel, eine Gruppe wollte sich passiv sportlich betätigen (Fußball Bundesliga bei Sky), der Rest sicherte und bewachte den Gefechtsstand. Im Laufe des Nachmittags besuchte uns dann noch Bruno Schüller. Ihm war für das Wochenende kurzfristig „Opa-Dienst“ verordnet worden, so dass er leider nicht lang bleiben konnte. Anmerkung: Er ist aber auch begeisteter Opa.

Die vorgenannte erste Gruppe wurde im Rahmen ihres Marsches durch den OFw d.R. „Stöckchen“ (Den Reserveübungen sei Dank !!!!!) das Leben im Felde nahe gebracht. Erfahren in der heimatlichen Jagd auf essbare Pilze, wurden diese fleißig am Wegesrand eingesammelt. Nach Rückkehr zum Hotel wurden sie dann vom Koch des Hauses zubereitet und durch die Anwesenden verspeist. Anmerkung: Die Pilze waren tatsächlich essbar; einmal guter Ausbilder, immer guter Ausbilder). Bei Kaffee und Kuchen wurde dann mit dem weiteren Austausch von „Dönerkes“ der Nachmittag im Gefechtsstand verbracht. Gegen Abend erfolgte die Verlegung der Truppe an den Restauranttisch. Jetzt galt es, das vorhandene Angebot des BBQ Grill Abends zu erforschen und einzunehmen. Dieses Grill Menü gehörte wiederum zum Arrangement des Hotels.

Nach dem Essen war der Abend noch nicht gelaufen. Es erfolgte noch die obligatorische Stamm-Weiterbildung mittels Bild- und Filmmaterial. Dieses hatten Stöckchen und Manfred Claes mitgebracht. Hier konnten wir sehen, dass wir uns zu den 70’ern kaum verändert haben.

Unruhig wurde die Truppe jedoch, als uns unsere Erika bei ihrer Verabschiedung zum Feierabend mit einer Teleskopstange unter dem Arm erklärte, dass sie nun zu Hause für Ihren Mann an dieser Stange tanzen wolle. Alle Versuche, ihr eine spontane Vorführung in der Lobby des Hotels zu entlocken liefen leider ins Leere. Da merkten wir doch, dass unser Charme bzw. Überzeugungskraft den Damen gegenüber in den vergangenen 40 Jahren doch gelitten hat.

Die Bilder von Manfred und Wolfgang boten dann natürlich wieder ausreichenden Gesprächsstoff für den weiteren Abend. Nach und nach dislozierten die Teilnehmer jedoch in die Unterkünfte. Man stellte fest, dass die vergangenen 40 Jahre auch bei der Kondition dann doch nicht so spurlos an uns vorüber gegangen sind.

Mit zunehmendem Alter kommt es bei einzelnen Menschen zur sogenannten senilen Bettflucht. Einige Teilnehmer ließen es sich daher nicht nehmen, im Morgengrauen das hoteleigene Schwimmbad zu besuchen und ab 1,5 m Wassertiefe mit selbstständigen Schwimmbewegungen zu beginnen (siehe auch ZDv 3/11). Gleichzeitig durchstreiften Pilz- und Schmetterlingshobbyfotographen die umliegende Gegend nach geeigneten Objekten. Diese Bilder werden wir wohl auf unserer Internetseite, spätestens aber bei einer Bildershow des nächsten Treffens zu sehen bekommen.

Alle Aktivisten und Langschläfer trafen sich dann aber wieder beim Sonntagsfrühstück. Aus terminlichen Gründen musste sich dann Manfred Claes schon einmal von der Gruppe verabschieden.

Während von den Verbliebenen wieder eine Gruppe den Gefechtsstand sicherte, bildete eine andere Gruppe einen Spähtrupp zur Ortserkundung. Der alte Ortskern von Bad Laasphe bot hierbei wieder viele Objekte für die Hobbyfotographen. Erschöpft ließ sich die Gruppe dann im örtlichen Eiskaffee nieder, um die verloren gegangenen Reserven mittels natürlicher heimischer eiskalter Sahneprodukte wieder aufzufüllen und den kräftezehrenden Aufstieg zum Hotel vorzubereiten.

Das Arrangement sah dann noch die Einnahme eines Mittagessens vor. Auch diese Aufgabe wurde mit Bravour erledigt. Danach kam die Zeit zum Abschied nehmen. Wir haben uns aber versichert, dass wir uns zum ordentlichen Treffen im kommenden Jahr wieder sehen wollen. Mit einigen Leuten wollen wir Möglichkeiten und Örtlichkeiten für dieses Treffen recherchieren. Lassen wir uns überraschen, welches Ergebnis dabei rauskommt.

Es waren auf jeden Fall schöne und ereignisreiche Tage. Das Wetter hat trotz gegenteiligen Vorhersagen mitgespielt und neben den Sonnenstunden auch eine Blitzshow in der Nacht von Freitag auf Samstag geboten. Was will man mehr.

Beste Grüße und bis zum kommenden Jahr

Werner

Ein persönlicher Erlebnisbericht von Werner

Sie hatten Spass – erkennt ihr sie?